Geschichtliches
Die ersten italienischen Siedlungen entstehen auf den ausgedehnten Wiesen des San Pellegrino Pass, damals noch Österreich.
Die Österreicher waren nicht weit über den San Pellegrino und oberhalb auf dem Passo Selle bereits gut positioniert und erbauten ein kleines Dorf. Auf diese Weise wurde jeder Vormarsch ins Fassatal ausgeschlossen.
Der gefährlichste Angriff von Seiten der Italiener erfolgte am 18. Juni 1915 durch die Bersaglieri, begleitet von einem Trentiner Irredentistenführer. Dabei gelang ihnen die Eroberung der Allochet-Spitze, die im Südosten den Selle-Pass abgrenzt. Aufgrund dieser Eroberung stellten die Bersaglieri auf dem Gipfel eine italienische Fahne auf. Dank dieser unüberlegten Handlung hatten die österreichischen Maschinengewehre, auf einem gegenüberliegenden Berg (Punta d'Ort) positioniert, einen guten Anhaltspunkt zum Zielen gefunden. So war dieser wichtige Erfolg vergeblich. Der Konflikt zwischen Italien und Österreich verschob sich daraufhin auf den Gebirgskamm von Costabella. Die Grenzen wurden mehrmals, nicht ohne viel Blut zu vergießen, verschoben. Berge die jetzt in italienischer Hand waren, waren nach wenigen Tagen oder Stunden wieder in österreichischer Hand.
Erwähnenswert ist die Schlacht vom März 1917, bei welcher die Costabella-Spitze in Beschlag genommen wurde. Tonnen von Blei und Granaten hagelten auf die italienischen Soldaten nieder. ".... In diesen Tagen lernten auch die zähesten Soldaten den Krieg zu hassen..."
Die Alpinisten entschlossen also, die Schlacht um den Besitz dieses Bergmassivs mit einer Minenexplosion unterhalb der österreichischen Gipfelstellungen für sich zu entscheiden. Die unterirdischen Grabungsarbeiten begannen im August 1917, wurden jedoch kurz danach unterbrochen, weil der Fels zu mürbe war. Gegen Ende Oktober desselben Jahres durchbrachen die Österreicher die Front auf der Seite von Isontino. So wurde auch in diesem Kriegsgebiet in den Dolomiten jedes Blutvergießen von Seiten der Italiener beim Versuch einen Teil österreichischen Bodens zu erobern vergeblich, da sich alle Soldaten auf den Isonzo zurückzogen - und zwischen diesen Bergen kehrte wieder Ruhe und Frieden ein.